Burnout

Vom Fließen und Stehen – der Fluss des Lebens

Das Leben ist ein großer Fluss. Mal fließt er langsam und still, mal schnell und geräuschvoll. Das Wasser brandet an die Ufer, spült sie aus.

Mal hat der Fluss Hochwasser, trägt seine Ufer ab, bildet ein neues Ufer und verändert seinen Lauf. Dann ist er wieder sanft, fast stillstehend. Steine liegen auch manchmal im Fluss des Lebens, groß und schwer, unverrückbar scheinend. Das Wasser bricht sich an ihnen, schlägt Wellen, um nach dem Hindernis wieder ruhig zu fließen.

Der Fluss des Lebens macht es dem Wasser gleich. Fließt er gemütlich und ruhig, fühlen wir uns wohl, sind entspannt und zufrieden. Fließt es schneller, wächst die Anspannung und stellen sich dem Fluss des Lebens Steine in den Weg, so drohen wir an ihnen zu zerschellen. Doch auch der härteste und größte Stein löst sich im Wasser auf. Langsam, fast unmerklich. Doch wenn das Wasser im Fluss des Lebens beharrlich immer wieder gegen den Stein spült, wird er sich auflösen. Er ist nicht weg, er ist in unzählige kleine Teile zerfallen, die den Grund des Flusses bilden, immer noch da sind, aber nicht mehr behindern.

Leben heißt, sich einem ständigen Wechsel von Ruhe und Anspannung, Zufriedenheit und Hindernissen zu stellen. Ein Leben ohne Hindernisse ist langweilig. Ein Leben aus purer Anspannung und Belastung kostet Energie.

Wer sich dem Fluss des Lebens ergibt, den wird das Leben mit Hochwasser, abbrechenden Ufern und neuen Flussläufen überraschen. Wer den Fluss des Lebens bewusst steuert, der wird seine eigenen Ufer schaffen und seinen Lebensfluss selbst in ein anderes Bett lenken, wenn es erforderlich ist.

Alles fließt
(Heraklit)

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