Sprache & Kommunikation

Vorsicht Falle!

Manipulation durch hypnotische Sprachmuster erkennen
Semantische Fehlgeformtheiten

Verknüpfungen – (Kausalitäten)
Kausalitäten sind Verbindungen oder Ursache-Wirkung-Beziehungen zwischen etwas, was bereits der Fall ist (Beobachtung) und etwas anderem, das der Kommunikator beabsichtigt (Suggestion). Das legt dem Zuhörer nahe, so zu reagieren, als ob das Eine tatsächlich das Andere verursacht. Es gibt drei Arten von Verknüpfungen, die sich im Intensitätsgrad von 1 (schwach) bis 3 (sehr stark) steigern. Dabei wird meistens mit der schwächsten Art begonnen und dann stufenweise gesteigert.

Konjunktionen:
a) Verknüpfungen mit „und“
„Und wenn Sie schon auf dem Wag nach A sind, können Sie auch gleich noch bei B vorbeischauen“.
b) Verknüpfungen mit „während “, „wenn“, „indem“
„Wenn Sie weiter so langsam arbeiten, können Sie auch gleich zuhause bleiben.“

Ursache/Wirkung:
Eine Ursache führt zu einer Wirkung: Die Ursache liegt in der Gegenwart, die Verknüpfungen wird mit Verben, wie „bewirken“, „verursachen“, „zwingen“, „erfordern“ hergestellt.
„Ihre Uneinsichtigtkeit hat bewirkt, dass uns der Kunde abgesprungen ist“.
Die Wirkung beruht auf der Ursache: Die Wirkung liegt in der Gegenwart, die Verknüpfungen wird mit Verben, wie mit „beweisen“, oder „zeigen“ erzeugt.
„Dass Sie gestern so unkonzentriert waren zeigt, dass Sie der Aufgabe nicht gewachsen sind.“

Komplexe Äquivalenz …
… sind Verknüpfungen, z.B. mit dem Verb „bedeutet“
„Dass Sie gestern zu spät gekommen sind bedeutet, dass Ihnen die Sache nicht wichtig ist.“

„je … desto …“
„Je besser Sie jetzt arbeiten, desto größer wird Ihr Karrieresprung sein.“

Gedanken lesen
Der Kommunikator versucht, seine Glaubwürdigkeit zu festigen, indem er sich verhält, als ob er über das innere Erleben einer anderen Person Bescheid wüsste. Dies setzt voraus, dass man bei allgemein gehaltenen Formulierungen bleibt, um keinen Widerspruch zu erzeugen und die gute Verbindung nicht zu verlieren.

„Und nun fragen Sie sich vielleicht, was ich als nächstes sagen werden?“
„Und nachdem ich Ihnen das nun alles erzählt habe, sind Sie sicher gespannt, welche Konsequenzen das für Sie haben wird. „
„Nachdem ich Ihnen die Umstände erklärt habe werden Sie doch sicherlich einsehen, dass Sie ab sofort mehr arbeiten müssen.“

Typisch für die Trance-Sprache ist die Verwendung von „Weichmachern“, um die sprachlichen Angebote des Kommunikators vage zu halten. Damit wird ggf. Widerstand von der anderen Person vermieden, da diese die Wahl hat zu folgen oder auch nicht. Wörter hierfür sind „vielleicht“, „möglicherweise“ und „könnte“.

„Vielleicht ist gerade jetzt eine gute Gelegenheit für Sie, etwas Neues zu lernen, Ihren Horizont zu erweitern um möglicherweise neue, interessantere Aufgaben zu übernehmen, die Ihrer Karriere förderlich sind und so könnten Sie auch Ihr Einkommen verbessern und möglicherweise ein besseres Leben führen.“

Richtig reagieren
Die beste Art, auf Semantische Fehlgeformtheiten zu reagieren ist, sie gar nicht erst zu verwenden. Anstatt zu sagen, „Und wenn Sie schon auf dem Wag nach A sind, können Sie auch gleich noch bei B vorbeischauen“ wäre es besser, die Beobachtung zu trennen und die Suggestion durch eine Frage zu ersetzen, etwa so: „Frau Müller, sie gehen doch gleich zu A. Ist es Ihnen möglich, auf dem Rückweg bei B vorbeizuschauen?“. Die Beobachtung steht separat als Sachverhalt. Durch die Frage wird der Empfänger in die Lage versetzt, selbstständig zu entscheiden, ob er bei B vorbeischaut oder ob es Gründe gibt, die dagegen sprechen.

Die Aussage, „Dass Sie gestern zu spät gekommen sind bedeutet, dass Ihnen die Sache nicht wichtig ist“ ist eine Unterstellung. Vielleicht gab es für das Zuspätkommen triftige Gründe. Besser wäre es, zuerst nach den Gründen des Zuspätkommens zu fragen.

Die Aussage, „Wenn Sie weiter so langsam arbeiten, können Sie auch gleich zuhause bleiben“ enthält eine versteckte Drohung, nämlich die der Kündigung. Hier wäre es besser, zunächst zu klären, was der Kommunikator unter „langsam arbeiten“ versteht (Tilgung), die Gründe für das vermeintliche langsame Arbeiten zu erfragen und dann gemeinsam Lösungen zu finden.

Wenn Sie in der Kommunikation mit Semantischen Fehlgeformtheiten konfrontiert werden ist es ratsam, die vermeintlichen Kausalitäten zu trennen und Ihre Sicht auf die Sachverhalte zu äußern. Anschließend können Sie Ihre Gründe vorbringen und Lösungsmöglichkeiten vorschlagen. Ungünstig ist es, auf Semantische Fehlgeformtheiten mit selbigen zu antworten, z.B.:
Chef: „Wenn Sie weiter so langsam arbeiten, können Sie auch gleich zuhause bleiben.“
Angestellter: „Ich arbeite deshalb so langsam, weil sie mir seit Jahren keinen vernünftigen Computer zur Verfügung stellen.“
Der Konflikt ist vorprogrammiert.

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