Persönlichkeitsentwicklung

Wahrnehmung ist Reflexion

Das, was wir wahrnehmen, ist mehr eine Reflexion des Inneren, als das, was tatsächlich stattfindet. Darum ist es witzig, Leuten beim „sich Beklagen“ und „Meckern“ zuzuhören. Denn diese Menschen machen nichts anderes, als sich über sich SELBER zu beklagen.

Jemand beklagt sich darüber, dass das System schlecht sei, die Reichen fördert und die Armen immer ärmer werden lässt. Was passiert aber wirklich? Diese Person beklagt sich über sich SELBER, über ihre eigene Inaktivität und (geglaubte) Unfähigkeit, etwas zu verändern.

Ich hatte vor Kurzem genau ein solches Gespräch. Jemand erzählte mir etwas über Jobs mit geringem Lohn und von den Bedingungen, unter den Menschen in solchen Jobs arbeiten müssen. Schuld seien die Unternehmer und der Staat, der das alles noch fördert. Eigentlich wäre es Zeit gewesen, diese Situation zu verlassen. Denn Menschen mit solchen Botschaften sind absolut negativ und scheuen sich auch nicht, ihre medial-negativ-beeinflusste Wahrnehmung der Welt hinauszuposaunen.

Ich fand die Situation aber spannend und habe den (sinnlosen) Versuch gestartet, ein bisschen aufzuklären. Ich habe gesagt, dass diese Menschen froh sind, überhaupt arbeiten zu können, weil sie sonst keine Arbeit hätten. Der Kapitalismus ist nicht per se Schuld daran, dass sie arm sind oder solche Jobs annehmen müssen, sondern dass die Probleme im Land selber liegen. Es gehören immer mehrere Menschen zu einer Situation: derjenige, der die Situation schafft, derjenige, der sie nutzt und diejenigen, die sie dulden.

Und mein letzter Satz war, anstatt sich ständig über andere zu beklagen, sollten man sich doch lieber mal fragen, was das Gesagte über mich aussagt.
Und tatsächlich, für einen kurzen Augenblick stimmte mir mein Gegenüber zu, eigentlich nur auf sich selber wütend zu sein, nichts dagegen zu unternehmen und sich hilflos zu fühlen.

Die Einsicht dauerte nur kurz. Wenige Augenblicke später ging es gleich wieder los. Das alte Muster über die bösen Konzerne und die bösen Reichen.

Das war der Punkt, an dem ich gegangen bin.

Und die Moral von der Geschicht? Wann immer sich ein Mensch über die Welt oder andere beklagt, sollte er sich erst mal SELBER fragen, was diese Meckerei über ihn aussagt.

Das Problem liegt nicht an den Anderen oder im Außen, sondern viel mehr bei jedem selbst. Im Inneren.

Heißt das nun, dass positive Menschen sich nicht mehr beklagen? Ja, das heißt es. Positiv denkende und handelnde Menschen beklagen sich nicht über Dinge, sondern sie tun etwas dagegen. Sie schieben keine Schuld von sich weg, sondern übernehmen selber Verantwortung und ändern dann das, was sie geändert haben wollen.

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