Entscheidung

Was wäre gewesen, wenn … ?

Die Frage wird oft gestellt. Zu oft, für meinen Geschmack. Nicht wenige Menschen sinnieren darüber, was denn passiert wäre, wenn in der Vergangenheit Dinge anders gelaufen wären bzw. sie in Situationen andere Entscheidungen getroffen hätten.

Was bringt das Nachdenken darüber, was passiert wäre und doch nicht passiert ist?

Was geschehen ist, ist geschehen. Es lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Ich kann das, was ich in der Vergangenheit entschieden habe, nicht mehr ändern. Ich kann im Heute Korrekturen vornehmen, doch diese wirken sich nicht rückwirkend aus. Vorbei ist vorbei, vergangen ist vergangen.

Wozu also darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn … ?

Ich halte das rückwärtsgewandte Nachdenken über andere, nicht getroffene Entscheidungen für sinnlos. Hätte ich anders entschieden, wäre (vielleicht) alles anders gekommen. Aber wie wäre es gekommen? Keiner kann das sagen, denn es gibt wieder viele theoretische Möglichkeiten, und diese hätten sich wiederum auf vieles ausgewirkt, was wieder Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Das alles zu durchdenken ist nicht nur müßig, es ist völlig sinnlos, denn keiner kann wisse, was passiert wäre, wenn …

Die oft gestellte Frage nach dem „Was, wenn …“ ist nur eine Alibi-Phrase. Sie verschleiert das Unvermögen, sich mit den eigenen Entscheidungen zu identifizieren und sich einzugestehen, das früher getroffene Entscheidung aus heutiger Sicht nicht optimal waren. Das Gejammer, was wäre, wenn, geht oft einher mit der Selbstbeschuldigung, Fehler gemacht zu haben und wenn man noch einmal die Chance hätte, würde man alles anders machen.

Kein Mensch macht Fehler, zu keiner Zeit. Menschen treffen Entscheidungen aus den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Diese können später als nicht gut angesehen werden, dann haben sich die Möglichkeiten erweitert. Es ist nicht hilfreich, sich in Phasen dieser Erkenntnis selbst zu kasteien. Besser ist es, eine neue Entscheidung zu treffen. Diese ist in dem Moment die beste, die ein Mensch treffen kann und doch kann sie sich später wieder als nicht optimal herausstellen. Dann gilt es wieder eine Entscheidung zu treffen.

Das Leben kann nicht rückwärts gelebt werden. Es kann im Nachgang nicht verändert werden. Das Leben kann nur im Hier und Jetzt gelebt werden. Wir treffen Entscheidungen, jeden Tag – und alle Entscheidungen sind gut. Es ist auch gut, sich ab und zu seine eigenen Entscheidungen aus der Vergangenheit anzusehen und gegebenenfalls zu korrigieren. So wird das Leben im Laufe der Jahre immer vollkommener und ein Gefühl der Zufriedenheit stellt sich sein.

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