Ernährung & Gesundheit

Zurück in die Höhle?

Ist die Steinzeitdiät eine wirkliche Alternative?

Die Steinzeitdiät gibt es schon seit über 40 Jahren, in letzter Zeit wird sie wieder beliebter und in Amerika liegt sie voll im Trend.
Das Comeback verdankt die Steinzeit-Diät zum Teil ihren neuen Unterstützern, darunter die Crossfit-Bewegung oder Hollywood-Stars wie Megan Fox, Jessica Biel, Miley Cyrus und Matthew McConaughey.

Die Anhänger der Steinzeitdiät behaupten, die moderne Ernährung mache uns krank. Um wieder gesund zu werden, müssten wir uns ähnlich ernähren wie unsere steinzeitlichen Vorfahren in der Zeit von vor zwei Millionen bis 10.000 Jahren. Dass die moderne, industriell gefertigte Nahrung krank macht, ist bekannt. Doch wissen wir wirklich, wie unsere Vorfahren von Jahrtausenden lebten?

Steinzeitdiäten sind unterschiedlich, je nachdem, welches Buch ich lese. Das Konzept an sich ist überall dasselbe, der Unterschied liegt in den Empfehlungen, welche Nahrungsmittel gemieden werden sollten. Auch die Ratschläge über den Fleischverzehr variieren.

Viele Fans der Steinzeitdiät sind davon überzeugt, dass der Mensch die meiste Zeit seiner Entwicklung Fleischesser war. Untersuchungen und archäologische Funde belegen jedoch, dass unsere Vorfahren mehr Pflanzen als Fleisch gegessen haben, hauptsächlich abhängig davon, wo sie lebten.

Steinzeitdiäten empfehlen:

  • Fleisch und Eier,
  • Fisch und Meeresfrüchte,
  • Samen und Nüsse,
  • grünes Blattgemüse,
  • regionale Produkte,
  • Wurzelknollen wie Süßkartoffeln und Yamswurzel (in Maßen).

Empfohlen wird ausschließlich Fleisch von grasgefütterten Tieren und wilder Fisch, da getreidegefütterte Tiere und Fische aus Fischfarmen weniger gesund sind als Tiere, die ihr natürliches Futter fressen. Verboten sind:

  • alle industriell verarbeiteten Lebensmittel und Fertiggerichte,
  • Milchprodukte,
  • Getreide (kein Weizen, keine Nudeln, kein Müsli),
  • Zucker, Fruktose,
  • Bohnen.

Die meisten Steinzeitdiäten verbieten auch Öle, die mit chemischen Verfahren extrahiert werden. Da Getreide und industriell verarbeitete Lebensmittel verboten sind, ist die Diät auf natürliche Weise glutenfrei. Steinzeitdiät-Anhänger empfehlen, überhaupt auf Gluten zu verzichten, da praktisch jeder Mensch Gluten-intolerant sei.

Die Vorzüge der Steinzeitdiät

Fans der Steinzeitdiät behaupten, sie mindere Entzündungen, senke den Blutdruck, mindere oxidativen Stress und schütze vor neurodegenerativen Erkrankungen. Außerdem sei sie sehr gut zur Behandlung von Diabetes geeignet, sie senke Blutzucker- und Insulinwerte.
Nur selten erwähnen die Steinzeitdiät-Anhänger jedoch, dass unsere Vorfahren auch Innereien und Knochenmark verzehrten. Knochenmark war eine gute Quelle von leicht absorbiertem Kalzium. Knochenbrühe und Mark sind in der heutigen Küche nicht mehr üblich, obwohl sie in jüngster Zeit wieder empfohlen werden.

Vieles spricht für die Steinzeitdiät. Wir sollten versuchen, es in der Ernährung unseren Vorfahren zumindest im Großen und Ganzen gleichzutun. Die Steinzeitkost lieferte weniger Getreide und Kohlenhydrate, mehr Eiweiß und mehr Ballaststoffe als unsere heutige Kost. Sie bestand aus frischen Nahrungsmitteln, viele davon roh. Andererseits waren sie einseitiger und weniger gesund als die besten Ernährungsformen der heutigen Zeit. Hinzu kommt, dass unsere Steinzeit-Vorfahren viel Energie aufwenden mussten, um sich ihre Nahrung zu beschaffen. Die Nahrung wurde direkt verzehrt, ohne Haltbarmachung oder Veränderung. Wer sich also ernsthaft der Steinzeitdiät zuwendet, der sollte auch darüber nachdenken, wie er direkt zu seiner Nahrung kommt – ohne Supermarkt.

Die beste Ernährung

Die gesündeste Ernährung ist immer noch eine abwechslungsreiche, frische (Bio)-Kost, die zu 80 Prozent roh gegessen werden sollte. 80 Prozent sollten frische, rohe, organische Produkte sein. Außerdem sollte sie Diät Omega-3-Fettsäuren liefern (Fischöl, Leinsamen oder eine Mischung) und andere gesunde Fette wie Oliven- oder Kokosöl. Samen und Nüsse sollten vor dem Verzehr gewässert werden, um Enzyme freizusetzen. Alles Fleisch sollte biologisch erzeugt sein, das Rindfleisch von grasgefütterten Tieren.

Der Mensch als letztes Glied der Nahrungskette isst mit seinem Fleisch das, was das Tier vorher gefressen hat. Wer Fleisch von einem kranken, falsch ernährten Tier isst, dem Gen-Getreide gefüttert und Antibiotika und Wachstumshormone gespritzt wurden – kann selbst nicht gesund sein oder bleiben.

Wer gesund leben will, sollte industriell erzeugte Lebensmittel meiden. Künstlichen Aroma- und Farbstoffe oder Konservierungsstoffe gehören nicht auf den Teller. Keine Transfette. Keinen Industriezucker. Der Koffeinkonsum sollte eingeschränkt werden. Ein Gutes bewirkt die Steinzeitdiät: Wer sie ernsthaft betreibt, muss zurück zu unbearbeiteten Nahrungsmitteln. Wer gesund und vital ein hohes Alter erreichen will, sollte an die 80 Prozent rohe, frische Produkte denken.

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