Politik & Gesellschaft

Die Bettlerin und das Geschenk

Gestern saß ich auf einer Bank in der Fußgängerzone in Leipzig. Neben mir auf dem Boden saß eine Bettlerin mit einem Pappschild auf den Knien. Darauf die Aufschrift: Ich habe Hunger, bitte Hilfe.

Eine Frau näherte sich, überreichte der Bettlerin ein in Alufolie eingepacktes Päckchen und sagte sinn gemäß: Jesus liebt dich, er hilft Dir. Du kannst immer zu Jesus beten. Dann entfernte sie sich.

Die Bettlerin stand auf, schaute sich unschlüssig um. Schließlich ging sie ein paar Schritte zur Seite, schaute in das Päckchen mit der Alufolie. Ich konnte erkennen, dass darin ein Viertel belegtes Fladenbrot war. Die Bettlerin schaute immer noch unschlüssig, wickelte die Alufolie wieder um das Brot und entfernte sich.

Nun wurde es für mich spannend. Ich folgte ihr mit Abstand, weil ich wissen wollte, was nun weiter passiert. Die Bettlerin blieb nach ca. 10 m stehen, schaute sich unschlüssig um und warf das Päckchen mit dem Fladenbrot in einen Papierkorb.

Dabei stand doch auf ihrem Schild, sie habe Hunger ….

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Autor: Mirko Seidel am 29. Jun 2019 19:21, Rubrik: Politik & Gesellschaft, Texte & Gedanken, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,

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