Persönlichkeitsentwicklung

Grenzen setzen

Respekt vor meinen Grenzen

Jeder Mensch hat wohl schon einmal erlebt, dass jemand seine Grenzen überschritten hat. Sei es durch Unachtsamkeit oder durch unfaires oder unangemessenes Verhalten. Oder auch einfach nur, weil ihm jemand körperlich zu nahe gekommen ist.

Jeder Mensch hat seine Grenzen. Unsere Grenze ist unser persönliches Hoheitsgebiet. Und jeder Mensch legt selbst fest, was innerhalb dieses Hoheitsgebiets erlaubt ist oder nicht. Sobald jemand unsere Grenzen verbal oder körperlich überschreitet, merken und fühlen wir das sehr direkt und sehr deutlich. Wir sind unangenehm berührt, ärgern uns oder geraten in Stress.

Was passiert, wenn wir unsere Grenzen nicht verteidigen

Grenzen setzen – Grenzen verteidigen. Jeder Mensch muss das tun. Nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch, damit Menschen um uns herum wissen, wen sie vor sich haben, was sie dürfen und was nicht. Menschen mit starken und fest definierten Grenzen
sind oft sehr angenehme Zeitgenossen, weil wir bei ihnen wissen, woran wir sind. Gesunde Grenzen machen uns stark.

Es gibt jedoch auch Menschen, die nicht besonders gut darin sind, für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse und Werte einzustehen. Mit diesen Menschen kann man im Prinzip alles machen. Man kann sie auflaufen lassen, man kann sie ausnutzen, man kann sie emotional unter Druck setzen und zu Dingen bewegen, die sie nicht möchten.

Mit einer zu schwachen persönlichen Grenze ist man anderen Menschen schutzlos ausgeliefert. Deswegen ist es wichtig, die eigene Grenze zu kennen und sie stark zu halten.

Sich die eigenen Grenzen bewusst machen

Wer seine Grenzen stärken möchte, muss sich erst einmal erlauben, eine Grenze zu haben und diese auch zu schützen. Und die Voraussetzung dafür ist wiederum, die eigene Grenze genau zu kennen. Sonst passiert es schnell, dass man, ohne es zu merken, überrannt wird und dann erst im Nachhinein viel zu spät merkt, dass jemand unerlaubt in das eigene Hoheitsgebiet eingedrungen ist.

Wo genau verlaufen die Grenzen?

Stelle dir folgende Fragen:

  • Welche meiner Bedürfnisse sind mir so wichtig, dass deren Missachtung eine Grenzüberschreitung für mich bedeutet (z.B. Bedürfnis nach Ruhe, Respekt oder Fairness)?
  • Was ist mir so wichtig, dass ich dafür einstehe, wenn diese für mich wichtige Sache durch andere verletzt wird (z.B. Tierquälerei)?
  • Welches Verhalten anderer Menschen verletzt meine Grenzen? Was ist für mich nicht in Ordnung? Was muss jemand tun, um meine Grenzen zu überschreiten?
  • Was bin ich nicht länger bereit, zu tolerieren?
  • Wann habe ich mich das letzte Mal im Kontakt zu einem anderen Menschen schlecht gefühlt und welche meiner Grenzen wurde da überschritten?
  • Wann und wo erlaube ich anderen Menschen, auch nahe an mich heranzukommen?
  • Wer darf in welcher Situation Dinge, die andere nicht dürfen?
  • Welchen Menschen erlaube ich was? (Von wem nehme ich z.B. Kritik an und von wem eher nicht)?

Mit diesen Fragen kann man seine Grenzen ausloten und festklopfen. Der erste Schritt zu einer besseren Verteidigung der eigenen Grenzen besteht immer darin, sich die eigenen Grenzen bewusst zu machen.

Sich selbst seine Grenzen zugestehen

Die eigenen Grenzen zu kennen ist der erste Schritt. Man muss sich selbst aber auch erlauben, diese Grenzen einzufordern. Das ist das gute Recht jedes Menschen. Jeder von uns hat das Recht auf seine Grenzen. Jeder von uns hat ein Recht darauf, zu bestimmen, welches Verhalten er von anderen Menschen toleriert und welches Verhalten nicht.

Hier tun sich nicht wenige schwer. Oft ist fehlender Selbstwert Ursache dafür. Wenn ich mich selbst als Mensch nicht genug akzeptiere, wichtig nehme und wertschätze, wie soll ich dann für mich und meine Grenzen einstehen? Wenn ich andere Menschen wichtiger nehme als mich selbst, dann strahle ich aus, dass mit deren Handeln wichtiger ist als mein Recht auf mein eigenes Wohl und meine Grenzen.

Allererste Bürgerpflicht ist: Sorge für dich selbst! Nur wenn ich selbst emotional und körperlich stabil und in Form bin, kann ich für andere Menschen da sein.

Konfliktbereitschaft lernen

Um die eigenen Grenzen zu verteidigen muss man auch ein gewisses Maß an Konfliktbereitschaft mitbringen. Das heißt, man muss sich selbst erlauben, in einen möglichen Konflikt zu gehen und diesen auch auszuhalten.

„Sei hart in der Sache und weich mit den Menschen.“ Sage klar, was du willst. Sei hart bei deinen Interessen und Bedürfnissen. Gleichzeitig bist du aber höflich, respektvoll und verständnisvoll mit deinem Gegenüber. Und sei auch bereit, Positionen zu verlassen wenn du merkst, dass du deine Interessen auch auf anderem Wege durchsetzen kannst.

Hilfreich sind die Grundprinzipien der Gewaltfreien Kommunikation. Bleibe immer bei dir. Trenne sauber das, was passiert ist (Fakten), und die eigene gefühlsmäßige Reaktion auf das, was passiert ist (Emotionen). Nimm deine Bedürfnisse wahr und lernen, deine Bedürfnisse einzufordern, ohne dem Anderen Vorwürfe zu machen.

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Autor: Mirko Seidel am 19. Sep 2018 17:09, Rubrik: Persönlichkeitsentwicklung, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,

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