Politik & Gesellschaft

Zum Internationalen Frauentag

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

So steht es in Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Der Staat wird verpflichtet. Auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken. Die Realität sieht anders aus. Auch in Deutschland gibt es im Jahr 2019 keine Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Frauen bekommen weniger Geld für gleiche Arbeit, sie werden benachteiligt bei der Vergabe von Jobs, ihnen wird der Zugang oder Wiedereinstieg ins Arbeitsleben erschwert, wenn sie ein Kind bekommen.

All das müsste der deutsche Staat beseitigen, wenn er sich an die Buchstaben des Grundgesetzes halten würde. Seit Jahren wabern Diskussionen durchs Land um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, Frauenquoten und Zugang zum Arbeitsmarkt. Passiert ist wenig.

Der Staat hat die Möglichkeit, per Gesetz und mit Strafzahlungen Artikel 3 des Grundgesetzes durchzusetzen – er tut es nicht.

Heute wird zum 108. Mal der Internationale Frauentag begangen. Clara Zetkin führte diesen Tag 1911 ein, um auf die Ungleichbehandlung der Frauen aufmerksam zu machen und für Frauenrechte zu kämpfen. Es ist auch viel passiert seit 1911 – doch nicht genug. Für Frauenrechte zu kämpfen ist nicht nur Sache der Frauen. Es ist auch Sache der Männer. Schaut man sich die politische Landschaft an, ist die Zahl der Männer, die nicht nur reden, sondern aktiv etwas für die Gleichberechtigung der Frauen tun, gering.

Doch auch der Internationale Frauentag ist in den letzten Jahren zur Vergnügungsveranstaltung herabgesunken. Frauen treffen sich zu Frauentagspartys, bei denen es weniger um Rechte, als vielmehr um Spaß und Befriedigung niederer Bedürfnisse geht. Brauchen wir gar keinen Frauentag mehr in Deutschland, weil die Frauen zufrieden sind mit dem, was sie haben? Ich denke nein – den Frauentag brauchen wir auch heute noch, denn erst im Alltag zeigen sich Gleichberechtigung oder Benachteiligung.

Bildquelle: http://ddr-kabinett-bochum.blogspot.com/2012/03/rote-nelken-zum-internationaler.html

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Autor: Mirko Seidel am 8. Mrz 2019 09:43, Rubrik: Politik & Gesellschaft, Texte & Gedanken, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,

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