Persönlichkeitsentwicklung

Dann jammer doch!

Eine Frage zum Beginn: Ist jede Kritik, jede Meinungsäußerung, jedes Missfallen gleich Nörgeln und Jammern? Schließlich muss es ja möglich sein, auf einen Missstand hinzuweisen.

Meine persönliche Definition: Jammern ist es dann, wenn ich durch meine Beschwerde, meinen Einwand oder meine Kritik gar nicht beabsichtige, eine Veränderung aktiv herbeizuführen oder wenn keine Aussicht auf Eintreten einer Veränderung vorliegt.

Beispiele:

  • Schimpfen über Politiker – Jammerei.
  • Schimpfen über die Schlange an der Kasse – Jammerei.
  • Schimpfen über die schlechte Menschheit – Jammerei.

Wenn meine Einwände eine Chance haben, etwas zu verbessern und wenn ich selbst bereit bin, an dem, was ich kritisiere aktiv etwas zu verändern, dann ist es für mich kein Jammern.

Wenn ich also über die Politiker schimpfe und dann aktiv werde, indem ich Petitionen verfasse, eine Partei gründe oder in ein politisches Amt gehe, um etwas zu verändern, dann ist das der Versuch, aktiv einzuwirken und Veränderungen herbeizuführen, es muss nicht klappen, aber ich habe es versucht.

Jammern ist es für mich auch, wenn ich Kritik übe und andere auffordere, Veränderungen herbeizuführen und mich selbst heraushalte. Das ist kontra-produktiv und passives Zuschauerverhalten. Mach es selbst, oder lass es, dann beschwere dich aber auch nicht.

Jammern scheint in Deutschland Volkssport zu sein. Böse Zungen behaupten, die Deutschen hätten ein Gehirnlappen mehr, als andere Menschen – den Jammerlappen. Mag sein, mag nicht sein, ist auch egal. Wer wirklich etwas über sich lernen will, der beobachte sich und sein Jammerverhalten sehr genau und selbstkritisch. Und dann nimm dir vor, für 1 Stunde nicht zu Jammern und Nörgeln, weder laut noch in Gedanken. Und dann stell dir folgende Frage: „Ist auf der Welt schon jemals irgendetwas besser geworden durch Jammern?“ Und immer wenn du dich beim Jammern und Meckern erwischt stellt die genau diese Frage: „Ändere ich durch mein Gejammer und Gemecker irgendetwas an der Situation?“

Eine Stunde geschafft? Super – Belohnung. Und nun steiger die Zeit, zwei Stunden, vier Stunden, einen Tag, eine Woche, vier Wochen. Wenn du dreißig Tage durchgehalten hast ohne Jammern, Meckern, Maulen, Nörgeln, dann hast du es geschafft.

Jammerei hat auch etwas Gutes. Sie dient dazu, sich emotional zu entlasten, ohne etwas ändern zu wollen. Jammern dient dazu, Verantwortung von sich wegzuschieben. Das kann in Stress- und Überforderungssituationen nützlich sein. Jammern erzeugt Aufmerksamkeit. Mit Jammern lassen sich schlechte Leistung und eigene Schwächen entschuldigen und besser ertragen.

Jammer also auch mal, vor allem in emotionalen Be- und Überlastungssituationen. Schimpfe und Mecker über die ganze Welt – fünf Minuten, höchsten zehn, Und dann komm zurück in die pro-aktive Lösungsphase deiner Probleme.

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Autor: Mirko Seidel am 18. Feb 2018 09:49, Rubrik: Persönlichkeitsentwicklung, Themen, Veränderung, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,

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