November 2019

Mein 9. November 1989

Bornholmer Brücke in Berlin

Bornholmer Brücke in Berlin

Heute jährt sich zum 30. Mal der Tag, an die Mauer in Berlin Risse und die innerdeutsche Grenze Löcher bekamen. Wohl fast jeder, der diesen Tag mit Bewusstsein wahrgenommen hat weiß noch, was er an diesem Tag gemacht hat.

Der 9. November 1989 war zunächst ein ganz normaler Donnerstag. Ich war damals Schüler der 11. Klasse an der Erweiterten Oberschule „Otto Grotewohl“ in Gera. Donnerstags fanden in meiner Heimatstadt Gera Demonstrationen für Freiheit und Demokratie statt. Und so verabredeten sich einige meiner Mitschüler und ich, dass wir uns, wie an den Donnerstagen vorher, gegen 17.00 Uhr an der Johanniskirche treffen.

So geschah es, ich ging zur Johanniskirche und nahm anschließend an der Demonstration teil, 25.000 Demonstranten sollen es an diesem Tag in Gera gewesen sein. Wir forderten lautstark Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Demokratie und Reisefreiheit. weiterlesen »

Schaff dir materielle Freiheit

Wir leben in einer Gesellschaft materiellen Überflusses. Wer was hat, ist was – je größer, lauter, schneller, glitzernder, desto besser. Diese Spirale des materiellen Besitzen-Wollens dreht sich schneller und schneller und schneller und setzt uns mehr und mehr unter Druck. Noch mehr haben wollen bedeutet noch mehr Geld verdienen zu müssen, noch mehr arbeiten müssen …. Bis zum Punkt, an dem die Spirale zu Ende ist und der Absturz kommt.

Warte nicht, bis der Absturz kommt. Und wenn du schon kurz davor bist, dann mach folgendes: Schau dir Dinge an, die du in einem Schrank aufbewahrst. Was hast du schon wie lange nicht mehr benutzt? Was hebst du auf, weil du es irgendwann mal bekommen aber nie angesehen oder verwendet hast? Was davon brauchst du wirklich? Was ist wirklich wichtig, weil es dein Leben besser oder einfacher macht oder weiterlesen »

Mauerfall und Wiedervereinigung?

Gedanken zum „Tag der deutschen Einheit“

Heute jährt sich zum 29. Mal der Tag, an dem die Deutsche Demokratische Republik nach Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland derselbigen beigetreten ist. Wiedervereinigung wird das heute genannt und jedes Jahr am 3. Oktober gefeiert.

„Das Volk will es so“ sagte Helmut Kohl am 19. Dezember in Dresden, als er als Kanzler des westdeutschen Teilstaates in den souveränen ostdeutschen Teilstaat reiste. Hat das Volk es so gewollt? Ich glaube nicht, dass Helmut Kohl das westdeutsche und das ostdeutsche Volk gefragt hat, was es will.

Was am 3. Oktober 2019 geschah, war nur das Ende und Ergebnis einer Kette von Ereignissen, die über ein Jahr zuvor begann. Tausende Menschen verlassen die DDR, über die ungarisch-österreichische Grenze, über die bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau. Tausende wollen nur noch raus aus dem Land, das sich Arbeiter-und-Bauern-Staat nennt, und seine Arbeiter und Bauern längst vergessen hat. Tausende wollen eine bessere Zukunft in Freiheit und Demokratie. Sie wollen reisen. Die einen wollen das, indem sie in den Westen ausreisen wollen. Die anderen wollen das, indem sie die DDR verändern wollen. Diese beiden, in ihren Zielen gegensätzlichen Gruppen, gehen gemeinsam auf die Straße, weil sie einen gemeinsamen Gegner haben. Und genau das ist bis heute einmalig in der deutschen Geschichte – und ist in der gesamtdeutschen Geschichtsdeutung des Herbstes ´89 vergessen worden.

„Wir sind das Volk“ schallte es hundertfach, dann tausendfach dann zehntausend- und hunderttausendfach auf den Straßen der maroden DDR. Rufe nach Freiheit und Demokratie, freien Wahlen und Reisefreiheit und auch Rufe, „Die Mauer muss weg“. Zaghaft anfangs, doch sie waren zu hören. Rufe nach der deutschen Einheit hörte man, wenn überhaupt, nur sehr, sehr selten. Sie stand nicht auf der Tagesordnung in den heißen Wochen des Herbstes ´89. Nein, Veränderung, Erneuerung, ein Sozialismus mit menschlichem Antlitz – das waren die Ideen und Träume der Herbstdemonstranten.

Bis zu jenem denkwürdigen 9. November 1989, als Günther Schabowski in einer insgesamt langweiligen Pressekonferenz in Ostberlin einen Zettel herausholte und verlas: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. […] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu West-Berlin erfolgen.“
Auf die Nachfrage des Hamburger Bild-Zeitungsreporters Peter Brinkmann „Wann tritt das in Kraft?“ antwortete Schabowski:
„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“

Es dauerte keine 30 Minuten und die Nachricht war um den Erdball gegangen – die Mauer in Berlin ist gefallen. Ein Irrtum in doppelter Hinsicht. Schabowski hatte das gar nicht gesagt und auch nicht gemeint. Privatreisen müssen beantragt und genehmigt werden, Visa für ständige Ausreisen werden erteilt – damit waren die gemeint, die die DDR dauerhaft verlassen wollten. Kein Wort davon, dass die Grenze weg ist und dass jeder DDR-Bürger nach Lust und Laune nach Westberlin und in die Bundesrepublik reisen darf. Doch das nahmen Volk weiterlesen »

Kalenderblatt 31. Woche 2019

Wer sagt: hier herrscht Freiheit,
der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.

Erich Fried (1921 bis 1988),
Österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist

Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. – Impulskalender Veranstaltungen im März 2019

Lesung mit Heide Fuhljahn – am Freitag, 22.03.19 im Budde-Haus, Lützowstr. 19, 18.30 bis 20.00 Uhr
Im Rahmen von „Leipzig liest“ und in Kooperation mit dem Budde-Haus veranstaltet das Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. eine Lesung mit Heide Fuhljahn, Fachjournalistin und selbst seelisch krank. Sie erzählt die bewegendsten Sitzungen von Psychotherapeuten und Patienten. Nach der Lesung, die musikalisch begleitet wird, gibt es in einer moderierten Diskussion ausreichend Gelegenheit, mit der Autorin ins Gespräch zu kommen. Auf der Website des Bündnisses finden Sie alle Details zur Lesung „Über Wahn und Sinn“. weiterlesen »

Kalenderblatt 11. Woche 2019

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.

Jean-Jacques Rousseau (1712 bis 1778),
schweizerisch-französischer Schriftsteller und Philosoph

Freiheit durch Pflicht

Freiheit bedeutet, dass ich tun und lassen kann, was ich will – wann, wo und mit wem ich das möchte und so, wie es mir am besten gefällt. Es ist meine Entscheidung.

Pflicht ist das Gegenteil. Ich tue Dinge, die ich jemandem versprochen oder zugesichert habe oder die mir aufgezwungen wurden. Ich tue diese Dinge so, wie ich es kann, nicht wie ich es will.

Freiheit zu erlangen bedeutet aber auch, mir Pflichten auszusuchen, weiterlesen »

Der 9. November – deutscher Schicksalstag?

Am 9. November fanden drei Ereignisse statt die die Wandlungen und Wirrungen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert eindrücklich widerspiegeln.

1918 ruft Philipp Scheidemann vom Westbalkon des Reichstages in Berlin die Republik aus und beendet damit die Monarchie in Deutschland beendet. 14 Jahre später endet die erste, wenn auch noch wackelige Demokratie in Deutschland in der Nationalsozialistischen Diktatur, die am 9. November 1938 mit Überfällen und Brandanschlägen auf jüdische Geschäfte und Synagogen den größten Massenmord in der Weltgeschichte einleitet.

12 Jahre dauert die Schreckensherrschaft der Nazis. Für die Deutschen im Westen weiterlesen »

Welche sind deine Werte?

Jeder Mensch hat sein eigenes Wertesystem. Was dem einen lieb und teuer ist, kann der andere nicht verstehen. Dinge sind uns wichtig und wir handeln nach unseren Werten.

Manchen ist materieller Wohlstand wichtig, anderen Freiheit und Unabhängigkeit, wieder anderen Zeit für sich, Familie und Freunde. Nun kommt es nicht selten vor, dass zwei Menschen mit völlig unterschiedlichen Wertesystemen aufeinandertreffen und oft kracht es dann. Dabei ist das völlig sinnlos. Jeder Mensch darf sein Wertesystem haben. Es gibt kein richtiges oder falsches System. Ich muss den anderen nicht verstehen, aber ich sollte ihn und seine Meinung annehmen und akzeptieren.

Unser Wertesystem entsteht aus unseren Erfahrungen, Erlebnissen und aus den Einflüssen unserer Umwelt. Wie viele Menschen kennen ihr eigenes Wertesystem? Ich weiß es nicht, weiterlesen »

Die Suche beginnt bei dir

Frage: „Wie finde ich heraus, was bei mir gerade nicht stimmt?“
Antwort: „Suche nicht nach der großen Ursache, nach einem Schuldigen oder dem großen Unbekannten – suche bei dir.“

Viele Menschen, die Probleme in ihrem Leben haben, suchen die Ursache bei anderen Menschen oder in den Umständen: „Der oder die ist schuld, dass es mir schlecht geht, die Umstände sind es, die verantwortlich sind und ich kann ja nichts daran ändern.“

Alles Quatsch und billige Ausreden. Die Ursache für alles, was in meinem Leben ist, liegt bei mir selbst. Freud und Leid, Glück und Trauer, Erfolg und Misserfolg – alles liegt in mir selbst.

Oft gibt es keine große Ursache. Oft ist es eher ein Netz aus vielen, kleinen Dingen, die sich aufgestaut haben und zusammen unsere Probleme ergeben.

Bei der Suche nach den Ursachen weiterlesen »

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