Juni 2019

Die Bettlerin und das Geschenk

Gestern saß ich auf einer Bank in der Fußgängerzone in Leipzig. Neben mir auf dem Boden saß eine Bettlerin mit einem Pappschild auf den Knien. Darauf die Aufschrift: Ich habe Hunger, bitte Hilfe.

Eine Frau näherte sich, überreichte der Bettlerin ein in Alufolie eingepacktes Päckchen und sagte sinn gemäß: Jesus liebt dich, er hilft Dir. Du kannst immer zu Jesus beten. Dann entfernte sie sich.

Die Bettlerin stand auf, schaute sich unschlüssig um. Schließlich ging sie ein paar Schritte zur Seite, schaute in das Päckchen mit der Alufolie. Ich konnte erkennen, dass darin ein Viertel belegtes Fladenbrot war. Die Bettlerin schaute immer noch unschlüssig, wickelte die Alufolie wieder um das Brot und entfernte sich. weiterlesen »

Das Erste Gebot

„Du sollst an einen Gott glauben“ (kath.),
„Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (ev.)

Beim Ersten Gebot sind die beiden großen christlichen Kirchen nah beeinander. „Es gibt nur einen Gott“, lautet die klare Botschaft. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“.

Wie weit lässt sich das Gebot auslegen? Schauen wir ins Fernsehen, so begegnen uns jeden Tag viele Götter. Da ist von Sportgöttern und Musikgöttern die Rede, Schauspieler werden als göttlich bezeichnet. Haben wir uns köstlich amüsiert, finden das viele Menschen „einfach göttlich“. So viele Götter, dabei soll es doch nur einen geben. Und dann ist da noch das Geld, einst als Mammon verschmäht ist es heute zum Fundament des unerschütterlichen Glaubens an immer währendes Wachstum, Konsum und Materialismus geworden. Wie soll Gott im Himmel (oder wo auch immer) da mit seinen weichen Botschaften von Liebe und Mitmenschlichkeit mithalten können? weiterlesen »

Heinrich, wie hältst Du´s mit der Religion?

Taufengel in der Kirche in Pahnitzsch bei Leipzig

Das ist die berühmte Gretchenfrage aus Goethes Faust. Wie halte ich es mit der Religion? Was ist Religion? Religion kommt aus dem Lateinischen und heißt ursprünglich gewissenhafte Berücksichtigung, Sorgfalt, bedenken‚ achtgeben. Gemeint war die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften. Heute ist das Religion ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte Kräfte und damit verbundene heilige Objekte ist.

Religionsgemeinschaften haben die Religion für sich vereinnahmt. Ob christliche, muslimisch oder jüdische Glaubensgemeinschaften – jede behauptet von sich, die einzig wahre Religion zu predigen und bezeichnet alle Menschen, die nicht an ihre Religion glauben, als Ungläubige. Und auch immer mehr Menschen bezeichnen sich als nicht gläubig, also als Atheisten. Atheisten sind Leute, die an gar nichts glauben. Moment mal, ich kenne keinen Menschen, der nicht an irgendetwas glaubt: an Gott, an Geld, an den Kommunismus, an die soziale Marktwirtschaft, an Außerirdische oder einfach nur an sich selbst. Glaube scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein.

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Die Lebensziele …

… und wie man sie am allerbesten verfehlt

Das Leben könnte so toll sein: ein attraktives Ziel setzen und voller Elan darauf hinsteuern. Wenn da nicht zwei Dinge wären, die uns von unseren Lebenszielen abhalten: Schuld und Pflicht.

Schuld und Pflicht sind äußerst beliebte Mittel die eingesetzt werden, um Menschen zu manipulieren, sie von ihren Zielen abzubringen und sie auszunutzen. Religionsgemeinschaften, staatliche Organisationen, Familien, Freunde, Kollegen und Chefs setzen Schuld und Pflicht nur allzu gern für ihre Zwecke ein.

Kindern wird die Schuld von ihren Eltern eingeredet. „Wir haben alles für Dich getan, jetzt musst Du uns im Alter auch versorgen.“
„Alle Deine Vorfahren waren Ärzte, jetzt musst Du auch Medizin studieren, dass bist Du der Familie schuldig“.

Noch perfider wird das Schuldprinzip in christlichen Religionsgemeinschaften praktiziert. Der Mensch kommt praktisch schon schuldig auf die Welt, noch bevor er den ersten Atemzug gemacht hat. Jeden Sonntag wird gebetet: „ … und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. weiterlesen »

Die Formen des modernen Fastens

Die Formen des Fastens sind vielfältig. Längst ist der eigentliche Sinn, der Verzicht auf Nahrung und Genussmittel, ausgeweitet. Und genauso vielfältig, wie die Inhalte des Fastens im 21. Jahrhundert sein können, so vielfältig sind auch die Angebote. Fasten ist aus dem stillen Winkel der Religiosität und des individuellen Rituals längst zu einem profitablen Geschäft geworden. weiterlesen »

Die Fastenzeit beginnt

Bald ist es soweit: am 5. März, dem Aschermittwoch, beginnt die Fastenzeit. 44 Tage dauert sie, bis am Karfreitag mit dem Fasten gebrochen werden darf. Doch woher stammen Begriff und Ritual? Und ist Fasten noch zeitgemäß?

Die Fasti waren im eigentlichen Sinne eine Liste der Gerichtstage im alten Rom. Später kamen Festtage hinzu, die Feriae. Aus Fasti und Feriae und weiteren besonderen Ereignissen bildete sich nach und nach ein Kalender heraus.

Abgeleitet ist der Begriff von fari, was sprechen bedeutet und wiederum mit fas, dem göttlichen Recht, in Verbindung steht. Dies fasti, das waren die Tage, an denen ein römischer Prätor gemäß göttlichem Recht Gericht halten durfte.

Das alles hat mit unserem heutigen Fasten nichts zu tun. Heute wird unter Fasten völlige oder zumindest teilweise weiterlesen »

Oh fröhliche Zeit, oh stressige Zeit

Weihnachtsmarkt in Leipzig

Es ist Ende November und Weihnachten rückt unaufhaltsam näher. Was? Schon wieder Weihnachten? Dabei ist doch der Sommerurlaub gerade erst vorbei? Nur noch ein paar Wochen und was es noch alles zu tun gibt.

Die Adventszeit ist für viele Menschen leider die stressigste des Jahres. Dabei soll sie doch die besinnlichste des Jahres sein. weiterlesen »

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